Belgrad: Eine Stadt der Gegensätze

01.01.2020 – 03.01.2020


Um 23:00 sind wir mit dem Flixbus in Belgrad angekommen. Uns erwartete ein verlassener, schlecht beleuchteter Busbahnhof und einige Menschen die uns direkt um Geld gebeten haben. Ein heruntergekommenes Viertel mit herumlungernden Menschen und ein grantiger Busfahrer der uns angeschnauzt hat weil wir mit unseren riesigen Rucksäcken versehentlich seinen Rückspiegel verstellt haben. Spoiler alert: Belgrad wird es vermutlich nicht in meine Top 10 Reisedestinationen schaffen. 

City Zen Hostel
City Zen Hostel

Im Hostel angekommen das Kontrastprogramm. Ein Hostelbesitzer der uns herzlich empfängt, gut Englisch spricht und sich tausendfach entschuldigt dass unsere Betten noch nicht fertig sind. Kein Problem, es gab ja eine gemütliche Lobby mit gratis Wifi, Tee und Kaffee. Das Hostel war wirklich cool. Die einzelnen Betten waren durch Vorhänge voneinander abgetrennt, so hatte man trotz Schlafsaal etwas Privatsphäre. Im Bad leider wieder ein Negativpunkt: an der Sauberkeit mangelte es ein wenig.

Black George
Black George

Am nächsten Tag stand dann Sightseeing auf dem Programm. Auf dem Weg zu einem Frühstückscafé wurden wir wieder mehrfach um Geld gebeten. Kläffende Straßenhunde überall. Kulturschock light für die anscheinend doch recht verwöhnte kleine Lisa.

Zufällig sind wir dann am Café bzw. Restaurant Black George vorbeigekommen. Es gefiel mir auf Anhieb. Hohe Decken, eine große Fensterfront und Einrichtung im Industrial Style. Das Essen war wirklich gut und super günstig. Dass die Speisekarte auch auf Englisch verfügbar war lässt vermuten, dass wohl auch Touristen angezogen werden sollen. Uns war’s egal, nach dem heruntergekommenen Viertel dass wir gerade durchquert haben war es für uns ein sehr willkommener Kontrast. Gestärkt vom Frühstück machten wir uns dann auf den Weg die Stadt zu erkunden. 

Als wir die Brankov Most überquerten bot sich uns ein interessanter Anblick: Eine frisch renovierte Fußgängerpromenade auf der einen, halb verfallene Gebäude auf der anderen Seite. Solche Gegensätze haben wir noch öfter zu sehen bekommen. Moderne Einkaufsstraßen mit Starbucks, Zara und Co, doch sobald man in eine Seitengasse einbiegt erwarten einen baufällige Gebäude und mit Graffiti vollgeschmierte Wände. Mein persönlicher Eindruck der Stadt war, dass in die Teile, die für Touristen interessant sind, ordentlich Geld fließt um sie zu erhalten und zu renovieren.  Dafür fehlt es aber an anderen Ecken der Stadt an Budget und manche Bauwerke werden sich selbst überlassen. 

Es gibt aber auch schöne Ecken in Belgrad. Am Ufer der Save gibt es Richtung Kalemegdan viele nette Cafés und Restaurants in denen man bei einer Tasse Kaffee die Fischer beobachten kann. Auch die Festung Kalemegdan und der große Park ringsherum sind wirklich sehenswert und man hat von dort aus einen tollen Ausblick über die Stadt. 

Alles in allem habe ich gemischte Gefühle wenn ich an Belgrad zurückdenke. Es gibt zwar wirklich schöne Ecken in der Stadt, wirklich wohl habe ich mich dort aber nicht gefühlt.


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